Beitrag Informationsveranstaltung der Freien Wähler am 18.02.2016

Zu der gut besuchten Informationsveranstaltung der Freien Wähler am 18.02.2016 sprachen mit Dr. Ulf Häbel (Pfarrer im Ruhestand), Dirk Osswald (Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter u. ehemaliger Sozialdezernent) sowie Kurt Hillgärtner (Bürgermeister der Gemeinde Rabenau) drei Referenten zu Themen, die in sich gut verzahnt und von den Zuhörern mit großem Interesse aufgenommen wurden. Dies brachten die sich anschließenden Fragerunden deutlich zum Ausdruck.

Zum Thema „Leben im ländliche Raum“ sprach Dr. Ulf Häbel, welcher von seinen Visionen und Umsetzungsmöglichkeiten berichtete. „Alt werden, dort wo man zuhause ist“, „Nachbarschaftshilfe“, „Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben“ und das Projekt „Dorfschmiede in Freienseen“ waren dann auch wesentliche Inhalte des Vortrages. Die Vision, dass jüngere und ältere Menschen gemeinsam ihren Lebensraum derart gestalten, dass eine Teilhabe älter Menschen am Leben in gewohnter Umgebung (in der Heimat) möglich ist, wurde an dem Projekt „DorfSchmiede Freienseen“, welche Mitte des Jahres seine Einweihung erfahren soll, erläutert. Sie soll als Begegnungsstätte mit Tagespflege, einem Dorfladen und betreutem Wohnen die Kommunikation und ein Leben älterer Menschen in ihrer gewohnten Umgebung fördern.

Häbel

Dirk Osswald sprach zum Thema „Flüchtlinge/Asyl – Herausforderung für Generationen“. Er berichtete, dass der Landkreis Gießen derzeit 2875 Flüchtlinge zzgl. 400 Personen, welche über das Job-Center verwaltet würden, beherberge. Von den 2875 Personen leben zurzeit 900 in 35 Gemeinschaftsunterkünften, ca. 1000 in Wohnungen, 383 in 4 Leichtbauhallen-Notunterkünften, 589 in Wohncontainern, welche auf 15 Standorte im LK Gießen verteilt sind. Der größte Teil dieser Flüchtlinge käme aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Personen aus sicheren Drittstaaten würden über die Erstaufnahme, wegen der ungünstigen Asylprognose nicht mehr auf die Städte und Gemeinden zugeteilt. Dirk Osswald berichtet weiter über die Vorgehensweise bei der Verteilung im Landkreis Gießen und bezeichnet es als einen großen Erfolg, dass man im Landkreis Gießen eine Regelung gefunden hat, wodurch Schulen und Turnhallen nicht als Notunterkünfte genutzt werden müssen. Es sei wichtig, dass die Unterbringung der Flüchtlinge in kleinen Einheiten erfolge um einer Ghettobildung vorzubeugen. Weiterhin müsse das für die ersten 15 Monate des Aufenthalt geltende Arbeitsverbot dringend aufgehoben werden.

Osswald

Bürgermeister Kurt Hillgärtner zeigte sich als Kämpfer für die Region und als großer Befürworter für ein Mehr an Interkommunaler Zusammenarbeit. In Bezug auf die Einwohnerzahlen von Allendorf und Rabenau appellierte er, dass ein Zusammenwachsen wichtig sei, damit die beiden Kommunen zukunftsfähig bleiben können. Historisch geprägte Ablehnung dürfe, mit Blick auf den immer stärker werdenden Konkurrenzkampf zwischen den Regionen nicht mehr sein. Das gemeinsame Ärztehaus in Allendorf, die bereits praktizierte gemeinsame Forstbewirtschaftung und den Wasserverband Lumdatal, bezeichnete er als Erfolg. Standesamt, Ordnungsamt, Servicestelle Personal, das Bauamt und das Gebäudemanagement sind Bereiche die mittelfristig ebenfalls zusammengelegt werden könnten.

Hilli

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